Heimatmuseum Seulberg

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Feuerwehr

Retten, Löschen, Bergen, Schützen – Helden in Rot

„Bei Feuergefahr schnell und geordnet Hilfe leisten“

Sie kommt wie gerufen: Wer bei einem Brand oder Unfall die Telefonnummer 112 wählt, erwartet, dass die Feuerwehr unverzüglich ausrückt. Diese als selbstverständlich empfundene Hilfsleistung klappt freilich nur dank ehrenamtlicher Mitarbeiter. In fast allen Gemeinden Deutschlands verrichten Freiwillige – größtenteils über Jahrzehnte – Dienst an der Allgemeinheit. In Seulberg sind es rund 50 Feuerwehrleute, die, rund um die Uhr erreichbar, bei Notfällen vom Wohn- oder Arbeitsplatz an die Spritzen eilen. Wobei sich die Aufgaben in den vergangenen Jahrzehnten stark erweitert haben. Moderne Feuerwehrautos, wie die drei Seulbergs, haben auch Rettungsscheren, Säurebinder oder Absaugpumpen an Bord.

Glücklicherweise sind aber die Zeiten verheerender Großbrände vorbei. Aus der Erfahrung dieser früher ganze Städte und Dörfer vernichtenden Feuersbrünste entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach französischem Vorbild erste Wehren („Pompier-Corps“). Als freiwillige, gleichwohl straff organisierte Vereine machten sie dann landesweit Schule, nachdem man Feuertaufen wie beim Karlsruher Großbrand 1846 erfolgreich bestanden hatte. Für die rasch wachsenden Städte über 100.000 Einwohner wurden dagegen Berufswehren obligatorisch. Seither wird zweigleisig, professionell und freiwillig, im deutschen Rettungswesen verfahren.

In Seulberg gab es zunächst Pflichtwehren; bereits 1909 erhielt die Truppe eine Motorspritze. Zum Verein schloss man sich am 16. Juli 1923 zusammen. Im Gründungsprotokoll versicherten 58 Bürger per Unterschrift, gemeinsam „bei Feuergefahr schnell und geordnet Hilfe zu leisten“. Die neue Wehr übernahm zunächst Ausrüstungsgegenstände der bis 1934 bestehenden Pflichtabteilung. Ein Gerätehaus gab es damals noch nicht; auch die Uniformen zahlte man aus eigener Tasche. Ihre schwersten Bewährungsproben bestanden die Seulberger im Zweiten Weltkrieg. Mehrfach mussten sie nach Bombenangriffen in das brennende Frankfurt ausrücken.

Der Einsatz Freiwilliger Feuerwehren beschränkt sich nicht auf die angestammte Gemeinde. So wie sie im Zweiten Weltkrieg in der Nachbarschaft mitlöschten, waren die Seulberger später auch in Friedrichsdorf vor Ort. Hier blieben vor allem die Großbrände auf dem Werksgelände von „milupa“ (1961 und 1981) oder bei der Holex-Schokoladenfabrik (1977) in Erinnerung. Ebenso forderten ein Waldbrand am „Gebrannten Kopf“ oberhalb Friedrichsdorfs sowie schwere Unwetterschäden 1980 die Unterstützung der freiwilligen Helfer.