Heimatmuseum Seulberg

Sulinchen macht Spass!

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Sulinchen - der Museumskobold

Sulinchen macht Spaß!

In der Schusterstube wackeln die Leisten, der Zeiger der Bäckerwaage hüpft rauf und runter,
in der Küche klebt Knödelteig, schäumend läuft Wasser die Treppe hinunter -
ein lilafarbener Dunst zieht durch die Museumsräume.
Das kann nur ein Museumskobold sein!

 

Gerade waren die neu gestalteten Räume im Seulberger Heimatmuseum eröffnet worden,
da tauchte ein merkwürdiges Wesen auf: Sulinchen, ein kleines vorwitziges Koboldmädchen
mit langem roten Haarschopf, Stupsnase und Sommersprossen. Geringelte Zipfelmütze,
hellgrüner Leinenkittel und Schnorretäschchen aus Blaudruckresten weisen das Geistwesen
als hessischen Landkobold aus. Nach Entwürfen von Dr. Erika Dittrich, der Vorsitzenden des
Geschichtsvereins, zeichnete das langjährige Vereinsmitglied Reinhild Massey phantasievoll die
Figur und hauchte ihr Leben ein. Gleichzeitig entstanden die ersten unterhaltsamen Geschichten
über die Abenteuer von Sulinchen, die es gemeinsam mit seinem Menschenfreund Tobi im
Heimatmuseum Seulberg erlebt. Mit der Koboldine Sulinchen besitzt das Heimatmuseum nun
einen Sympathieträger, der besonders Kinder ansprechen soll. Auf witzige Weise erzählt Sulinchen
von früher, als die ausgestellten Gerätschaften noch in Gebrauch waren. Denn in sechzehn
Abteilungen sind Audiostationen installiert, aus denen per Knopfdruck unterhaltsame Dialoge ertönen.
Kabarettistin Uschi Flacke, bekannt als Autorin für »Die Sendung mit der Maus« und Erika Dittrich leihen
den Figuren ihre Stimmen, haben sie doch auch gemeinsam die spritzigen Texte der Hörspiele verfasst.
Dittrichs Vorstellung ist ein besonderer Museumsführer für Kinder, der mit lustigen Geschichten die
Exponate erläutert, ohne textlastige Tafeln lesen zu müssen. Der Umgang mit Geschichte soll
Kindern Spaß machen - und Sulinchen macht Spaß (so das Motto). Also suchte die Historikerin
nach einem zeitlosen Wesen, das die Exponate noch erlebt haben könnte und somit sich die
Vorstellung einstellt, es habe diese Gegenstände selbst benutzt. Die Idee eines Kobolds war geboren.
Sulinchen, der Name leitet sich von dem erstmals als »Suleburc« erwähnten Seulberg ab.
Wie es sich für einen Kobold gehört, kann er natürlich auch ein wenig zaubern. Hierzu benutzt
Sulinchen einen funkelnden Stein, den es um den Hals trägt. Reibt es diesen an ihrem Zauberkrug
(Seulberger erkennen diesen unschwer als Selwiger Dippe), so steigt violetter Rauch auf,
der sich zu Bildern verdichtet - und seinem Freund Tobi zeigt, wie man früher lebte. Dabei sieht
der Junge allerhand Streiche von Sulinchen. Und da der Kobold im ganzen Museum herumschwirrt,
ist seine große Leidenschaft das Sammeln. Nichts, vor allem alles Glänzende, ist vor ihm sicher.
Knöpfe, Münzen, Nägel steckt es in sein Schnorretäschche. Darin hat es auch stets einen Vorrat
seiner Lieblingsspeise: Zwieback, denn der bröselt so schön, wenn man hineinbeißt. Für alle,
die nicht das Glück haben, den Kobold zu entdecken, modellierte Christine Kunz-Bauer, Puppenbauerin
aus Gedern, die dreißig Zentimeter große Figur; gut ist darin der Charakter eingefangen:
ein wenig nachdenklich, ein wenig vorwitzig und keck.