Heimatmuseum Seulberg

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Ausstellungen vergangener Jahre

Nähutensil und Liebesgabe 2015

Nähutensil und Liebesgabe - Fingerhüte aus aller Welt

Sonderausstellung

19. April bis 26. Juli

 

Seit der Mensch mit Nadel und Faden arbeitet, schützt er sich vor Stich-verletzungen und nutzt dafür den Fingerhut. Obwohl schon seit der Steinzeit bekannt, brachten ihn erst die Römer nach Germanien. Und selbst heute noch freuen sich nähende Frauen aller Kulturen, überreicht man(n) ihnen einen als Liebesgabe, dann aber aus kostbarem Material gefertigt.
Solch ein Exemplar ihrer Urgroßmutter begründete die umfangreiche Sammlung von Ingeborg Dittler. Sie lässt nachverfolgen, wie sich im Laufe der Zeit Materialien, Formen und Verzierungen veränderten. Was vornehme Damen bereits seit dem 14. Jahrhundert nutzten, produzierten ab dem 15. Jahrhundert Gelbgießer in Massen aus Messing. Um das Geheimnis der Herstellung zu wahren, durften Mitglieder der Nürnberger Zunft die Stadt nicht verlas-sen. Daher schmuggelte Kaiserin Maria Theresia kurzerhand im Heuwagen einen Meister heraus, um in Österreich eine eigene Manufaktur zu gründen. Doch da wurde bereits im Rheinland wie in Iserlohn fleißig fabriziert, was die Schweden per Spionage herauszufinden suchten.
Aber ebenso aus Glas-, Silber-, Gold oder Porzellan besteht die Nähhilfe, deren Gestaltung meist vom Ursprungsland abhängt, wie „exotische“ Ausstellungsstücke aus China und weiteren Ländern belegen. Bereits im Altertum versah man den Fingerschutz mit den charakteristischen „Grübchen“, die ein Abrutschen der Nähnadel verhindern. Manchmal zieren ihn auch Malereien, kleine Kunstwerke für sich. Als die Nähmaschine aufkam, verschönerten die Fingerhuthersteller ihre Produkte besonders sorgfältig, um sie zu verkaufen. Inzwischen hat ihn längst die Wirtschaft als Werbeträger entdeckt.
Effizienter für die Näharbeiten erwies sich der Fingerring, der neben weiteren Fingerschützern gezeigt wird. So erfährt der Besucher Wissenswertes und Kurioses rund um ein kleines, bald vom Aussterben bedrohtes Gebrauchsutensil. Vielleicht löst sich dann auch das Sprichwort, eine Frau könne mit dem Fingerhut mehr verschütten, als der Mann mit dem Eimer schöpfen.

 

Eröffnung am Sonntag, 19. April 2015 um 15 Uhr

Einführung in die Ausstellung durch Diplommuseologin Ingeborg Dittler. Für das leibliche Wohl sorgen Kaffee und Kuchen in der Museumsklause

Der Eintritt ist frei.


Führungstermine

Mittwoch, 13. Mai um 18 Uhr
Donnerstag, 18. Juni um 18 Uhr
Donnerstag, 2. Juli um 18 Uhr

 

2015: Krieg und Freiheit

 

Krieg und Freiheit

Franzosenzeit und Befreiungskriege in der Rhein-Main-Region 1792-1815

Sonderausstellung im Rathaus

2. Februar bis 6. März


Franzosen in Friedrichsdorf: Als während der militärischen Auseinandersetzungen zwischen Napoleons Armee und den europäischen Mächten das Land zwischen Rhein, Main und Lahn Kriegsschauplatz wurde, quartierten sich auch in der Hugenottenstadt französische Soldaten ein. Da beriefen sich die Friedrichsdorfer auf ihre Herkunft als Glaubensflüchtlinge. „Frankreich ist uns nicht völlig fremd“, schrieben sie und verwiesen auf die Verfolgung ihrer Vorfahren. So erhielten sie 1797 einen Schutzbrief, der sie vor weiteren Abgaben und Einquartierungen befreite. 1806 vielen diese Privilegien jedoch den rheinbündischen Reformen zu Opfer. Sogar die bisherige sprachliche und kulturelle Sonderstellung stand auf dem Spiel.
Die Wanderausstellung der KulturRegion FrankfurtRheinMain „Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes“ beleuchtet die Zeit der Napoleonischen Kriege in der Rhein-Main-Region und wird ergänzt mit weiteren Tafeln zu lokalen Themen sowie Originalen aus dem Stadtarchiv Friedrichsdorf.

Zu sehen ist die Ausstellung im Oberen Foyer zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses, Hugenottenstraße 55, 61381 Friedrichsdorf bis zum 6. März 2015. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen erteilt gerne Dr. Erika Dittrich unter der Telefonnummer 06172 / 731 3 100 oder per Email erika.dittrich@friedrichsdorf.de.

 

Über ein Ereignis in Friedrichsdorf während der Befreiungskriege berichtet ein Hörtext, den Sie hier herunterladen können >>>

 

Gestickte Leidenschaft

 

 

„Gestickte Leidenschaft“ - Stickmustertücher

Sonderausstellung

25. Januar bis 2. April

Lang ist die Tradition der aufwendigen Stickmustertücher, welche einst von zarten Mädchenhänden geschaffen wurden. Mit Nadel und Faden „notierten“ sie Vorlagen und Buchstaben auf feines Leinen, um später damit die Aussteuer zu besticken. Als sorgsam gehüteter Schatz wurden die gesammelten Motive nur in der Familie weitergegeben.
Die umfangreiche Sammlung von Elke Guthmann umfasst rund 110 Mustertücher aus ganz Europa, welche einen Zeit-raum von 200 Jahren abdecken. Ergänzt um kostbare Muster- und Modelbücher erhält der Besucher einen guten Einblick in die Vielfalt und Entwicklung der grazilen Handarbeit.
Darüber hinaus zeigt Elke Guthmann den Übergang zu österlichen Weihekorbtüchern auf und erläutert deren Symbolsprache, die je nach Land und Region andere Schwerpunkte bildete.

 

Eröffnung am Sonntag, 25. Januar 2015 um 15 Uhr

Einführung in die Ausstellung mit Elke Guthmann, anschließend bestickt sie selbst Tücher im Museum.
Kaffee und Kuchen gibt es in der Museumsklause.

 

Führungstermine

Mittwoch, 18. Februar um 18 Uhr
Dienstag, 17. März um 18 Uhr

 

Deutschtum oder Franzosenliebe

 

Im Rathaus:

Deutschtum oder Franzosenliebe?

Friedrichsdorf und der Erste Weltkrieg

1.12.2014 - 15.1.2015

Begleitende Fotoausstellung zur aktuellen Sonderausstellung im Heimatmuseum Seulberg


 

„Deutschtum oder Franzosenliebe?“ – unter diesem Fragezeichen steht die Sonderausstellung, die das Heimatmuseum Seulberg mit großem Erfolg zeigt. Inzwischen wurde im Rathaus eine ergänzende Fotodokumentation über Friedrichsdorf im Großen Krieg aufgebaut. Geradezu hysterisch war in den ersten Kriegstagen die Angst vor Spionen, Bahnwachen wurden daher eingerichtet und regelmäßig das Trinkwasser überwacht. Barrikaden regelten die Zufahrten in Friedrichsdorf und Köppern. In letzterem hatte 1909 Toni Werntgen das erste Deutsche Fluginstitut eingerichtet, nun wurde sie wegen Landesverrat angeklagt. Was kaum jemand wusste: Unterdessen war ein ehemaliger Schüler des Instituts Garnier tatsächlich als kleiner Agent im Großen Krieg tätig: Hermann Consten. Auf einer Expedition nach Afghanistan sollte in den arabischen Ländern zum Djihad gegen die Kolonialmächte aufgerufen werden. Das Unternehmen scheiterte allerdings, und Consten begab sich in die Dienste des türkischen Militärs. Da er seine Berichte zugleich jedoch nach Berlin und Wien sandte, lebte er als Doppelagent in Budapest. Inzwischen war der Bewegungskrieg längst in einen Stellungskrieg verharrt. Besonders an Weihnachten sehnten sich die Soldaten nach Hause und vor allem nach dem Frieden. Die Heeresleitung hatte klappbare Weihnachtsbäume an die Front geschickt. Und als deutsche Soldaten am Heiligen Abend 1914 das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ anstimmten, kam es zu einer spontanen Verbrüderung aller Soldaten, die als „Weihnachtsfrieden“ in die Geschichte einging. Solche Solidarität verbot freilich die Heeresleitung sofort. Ungeheure Entfernungen legten die Truppen zwischen ihren Verlegungen von West nach Ost immer wieder zurück, wie Karten zu ausgewählten Biografien veranschaulichen. Auf einer sind die Wege des Kriegsgefangenen Philipp Hennemanns markiert, der in russische Gefangenschaft geraten war. Erste französische Kriegsgefangene waren gleich im August 1914 in Friedrichsdorf angekommen, untergebracht im Institut Garnier. Von ihnen existieren sogar Fotos, darunter eines von der Beerdigung von Jacques Durantet, der einer Lungenentzündung erlag und auf dem Köpperner Friedhof beigesetzt wurde. Argwöhnisch beäugte die Verwaltung „Tändeleien“ zwischen Friedrichsdorferinnen und Gefangenen und drohte sogar mit Strafen. Dabei fiel die Verständigung leicht, als die vorherrschende Umgangssprache noch Französisch war.

 

Zu besichtigen während der regulären Öffnungszeiten der Stadtverwaltung. Führung nach Vereinbarung.

Eintritt: frei

 

 

Deutschtum oder Franzosenliebe?

Friedrichsdorf und der Erste Weltkrieg

12. Oktober bis 21. Dezember 2014


Dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren wird 2014 mit zahlreichen Veranstaltungen gedacht. Mehr denn je stehen dabei der Friedensgedanke und mentalitätsgeschichtliche Betrachtungen im Vordergrund. Nicht das militärische Geschehen, sondern die Folgen für das Individuum, den Soldaten und ihren Angehörigen, interessiert heute. Eine besondere Facette, nämlich der Loyalitätskonflikt der Friedrichsdorfer Bevölkerung, thematisiert hierbei die Sonderausstellung „Deutschtum oder Franzosenliebe?“ im Heimatmuseum Seulberg. Wie verhielten sich die Nachfahren jener aus Frankreich geflohenen Protestanten („Hugenotten“), von denen 36 Familien 1687 Friedrichsdorf begründeten?
Wenn auch längst viele Deutsche zugezogen waren, überdauerte nirgends sonst im Deutschen Reich das Französische als Umgangssprache so lange wie in Friedrichsdorf. Nicht zufällig wurde hier 1890 der Deutsche Hugenottenverein gegründet und zuvor bereits mehrere Privatschulen, die ein internationales Flair besaßen. Und nun sollten plötzlich die Urenkel der Gautiers, Desors und Arrabins als „gute Deutsche“ gegen den „französischen Erbfeind“ ins Feld ziehen.
Insgesamt erhielten 383 Männer aus Friedrichsdorf den Gestellungsbefehl (aus der heutigen Gesamtstadt mehr als 1200). Etwa jeder sechste kehrte nie zurück.
Tatsächlich ging mit dem Hurra-Patriotismus der ersten Kriegsmonate fast über Nacht alles Frankophone verloren. Niemand wollte sich dem Verdacht ausgesetzt sehen, nicht loyal dem Vaterland zu dienen. Was die Männer wirklich dachten, wenn sie an der Front auf Franzosen schossen, darüber geben auch ihre Feldpostbriefe keine Auskunft. Um ihre Angehörigen zu schonen, verraten die Schreiben vom Kampfgeschehen kaum etwas, so wie die Soldaten von den Sorgen und Nöten der Angehörigen wenig erfuhren. Nicht zuletzt darauf schaut die Seulberger Ausstellung: Wie verlief das Leben an der „Heimatfront“? Hungerten die Frauen und Kindern in der „Stadt des Zwiebacks“ während des „Steckrübenwinters“ 1916? Wie behandelte man französische Kriegsgefangene? Und wie verhielten sich nach dem Krieg die Franzosen, diesmal als Besatzer?
Die Sonderausstellung zum 100. Gedenkjahr des „Großen Krieges“ ergänzt im Rathaus eine Fotodokumentation über das Alltagsleben unter den Kriegsbedingungen.

Die Ausstellung wird durch eine Fotoausstellung im Rathaus von November 2014 bis Januar 2015 ergänzt.

 



Ausstellungseröffnung

So, 12. Oktober 2014 um 15 Uhr im Heimatmuseum Seulberg
Begrüßung und Führung durch Dr. Erika Dittrich
Die Mitarbeiter sorgen in der Klause mit Kaffee und Kuchen für das leibliche Wohl.
Der Eintritt ist frei.


Führungstermine

Do, 23. Oktober, 19 Uhr
Mo, 03. November, 18 Uhr
Mi, 03 Dezember, 18 Uhr

Der Teilnahmebeitrag beträgt 3 Euro pro Person.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.



 

 

Zur Erbauung der Gemeinde

Zur Erbauung der Gemeinde

150 Jahre Evangelische Kirche Seulberg

04. Mai bis 19. September 2014


Aus weiter Ferne sichtbar ist der rund 50 Meter hohen Turm und zeigt: Die Seulberger lassen ihre Kirche im Dorf. Als die mittelalterliche St. Martins-Kapelle baufällig wurde, riss man sie kurzerhand 1861 ab. Pläne für einen Neubau indes lagen da noch keine vor. Dennoch weihte die aktive Gemeinde bereits am 6. November 1864 feierlich ihr neues Gotteshaus.
„Ein äußerer Bau, der die Gemeinde im Inneren erbauen soll“, dieser fromme Wunsch begleitete bereits die Grundsteinlegung (19. September 1862), wobei der Urkunde sogleich eine detaillierte Kostenaufstellung in Höhe von 45 000 hinzugefügt wurde. Den größten Teil davon stiftete die landgräfliche Herrschaft, deren Wappen noch heute an der Stirnwand zu sehen ist. Seulberg zählte damals gerade einmal 130 Häuser. Trotzdem plante man mit mehr als 500 Sitzplätzen das Bauwerk recht großzügig. Das 16 Meter breite und 20 Meter lange Gebäude entwarf der Homburger Baumeister Christian Holler im neugotischen Stil. Seine lebendige Struktur erhält es durch die sogenannten „Russensteine“, also den im Feldbrand hergestellten Backsteinen. Eindrucksvoll, geradezu himmlisch gestaltet ist nach der jüngsten Renovierung wieder der Chorraum mit seinen Sternenmalereien sowie den drei Buntglasfenstern. Zwar zeichnete Holler zugleich die Pläne für den Prospekt der Orgel, doch erklang diese erstmals 1865. Sie stammt aus der angesehenen Werkstatt von Wilhelm August Ratzmann. Leider mussten die zinnernen Pfeifen während des Ersten Weltkrieges ebenso abgeliefert werden wie die Glocken.
Aber nicht nur die Geschichte des „äußeren Baus“ erhellt die Ausstellung, sondern sie blickt ebenso auf das rege Gemeindeleben: Taufe, Konfirmation und Hochzeit – kirchliche Feste, die eine Glaubensgemeinschaft ebenso ausmachen wie die Feiertage im Kirchenjahr. Reich bebildern es die gezeigten Dokumente und Fotos aus der 150-jährigen Vergangenheit.


Ausstellungseröffnung

So, 04. Mai 2014 um 15 Uhr im Heimatmuseum Seulberg


Begrüßung durch Bürgermeister Horst Burghardt und Führung durch Dr. Erika Dittrich
Für das leibliche Wohl ist in der Klause gesorgt.
Der Eintritt ist frei.


Führungstermine

Mi, 04. Juni, 18 Uhr
Mo, 07. Juli, 18 Uhr
Do, 28. August, 19 Uhr
Mo, 15. September, 18 Uhr

Der Teilnehmerbeitrag beträgt 3 Euro pro Person. Ein Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Heimatmuseums mittwochs und donnerstags von 9-12 Uhr sowie sonntags 14-17 Uhr zu besichtigen. Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne Dr. Erika Dittrich telefonisch unter 06172 / 731-3-100 oder per E-Mail erika.dittrich@friedrichsdorf.de

 

 


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