Heimatmuseum Seulberg

Sulinchen macht Spass!

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Programm 2010

»Dufte! Verführung aus der Parfumflasche«

»Dufte! Verführung aus der Parfumflasche«

15. August bis 10. Oktober 2010
Öffnungszeiten: Mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr

Sammlung von Parfümflacons


Düfte sind göttlicher Natur! Nur wohlriechend kann sich der Mensch Heiliges vorstellen. Bald aber entdeckte er den Duft auch für sich und mit dem Körperkult das Parfum. In der Sammlung von Gisela Lonkowski spielt der Flakon die Hauptrolle, denn die Inhalte »verduften« früher oder später. Neben einer kleinen Kulturgeschichte der Verführung aus der Flasche zeigt die Ausstellung den Wandel von Schönheitsidealen und gibt Einblicke in die Kunst des Duftmischens.

Ob Sandelholz, Rose oder Moschus - die Vielfalt der Düfte ist unermesslich. Dass man in Seulberg bereits in der Antike mit Duftwasser betörte, belegt ein Flakonfragmet aus römischer Zeit. Schon längst wollte man da nicht allein die Götter per fumum für sich gewinnen. Erotik und Parfum gingen früh eine Liaison ein. In neuerer Zeit bedufteten sich zunächst Schauspielerinnen und Prostituierte. Schwülstige Noten wie Amber und Moschus signalisierten den Nasen der Männer, wen sie vor sich hatten. Für die ehrbare Frau war es verpönt, Parfum aufzulegen. Erst um 1890 wurde es salonfähig und da sündhaft teuer, nur der Oberschicht vorbehalten. Ärmere Frauen begnügten sich - wie bereits Napoleon - mit »Kölnisch Wasser«. Erschwinglicher geworden, avancierte es um 1900 zur Liebesgabe und ist es bis heute geblieben. Die Ingredienzien indes unterwerfen sich wechselnden Moden, von den blumigen Noten vor dem Ersten Weltkrieg, über den Hauch von Exotik der 1920er Jahre, hin zu den herben Chypren-Düften der 1940er. Immer ging es darum, sein Gegenüber zu verführen, denn die Nase trifft die Entscheidung in Liebesdingen. Beim Parfumkauf aber wählt nicht allein die Nase. Das wissen auch die Hersteller der kostbaren Essenzen. Ob berühmte Designer- oder die Bleikristallfamilien Lalique oder Baccarat, Weltkonzerne wie Guerlain, Nina Ricci, Lucien Lelong, Matchabelli, Coty, Bourjois oder auch die deutschen Dufthersteller 4711, Mouson und Patrizier Lavendel, alle füllen ihre Parfums in prächtige, oft hochwertig und aus edlen Materialien hergestellte Flakons. Verpackt in aufwendigen Kartonagen liegen sie sogar oft gebettet auf Samt und Seide.

Workshop: Am 28. August von 14 bis 17 Uhr werden Blütenpapiere geschöpft.
Die Kursgebühr beträgt € 15 einschl. Materialien sowie Kaffee und Kuchen. Anmeldungen unter (06007) 91 86 28 begin_of_the_skype_highlighting (06007) 91 86 28 end_of_the_skype_highlighting erbeten.

Führung durch die Ausstellung: 25. August 2010, 18 Uhr

 

»Luftige Wedel aufgeFÄCHERt«

»Luftige Wedel aufgeFÄCHERt«

18. April bis 4. Juli 2010
Öffnungszeiten: Mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr
Feiertags bleibt das Museum geschlossen

Fächer aus Federn


Ein durch Wedeln verursachter Luftzug kühlt das Gesicht. Was man ursprünglich mit großen Blättern oder Federn machte, gewann irgendwann eine eigenständige Form - Fächer. Von Anbeginn waren sie aber mehr als ein Gebrauchsgegenstand. Sie dienen als modisches Accessoire und Statussymbol, und sie eignen sich gut, beim koketten Liebesgetändel das Mienenspiel zu verbergen. Die Leihgaben aus einer Privatsammlung dokumentieren die Entwicklung des Fächers vom späten 17. Jahrhundert bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Zudem zeigt die Präsentation die Vielfalt der von den Éventaillisten (Fächermachern) verwendeten Materialien wie Elfenbein, Perlmutt oder Schildpatt für die Gestelle und handgeschöpftes Papier, Seide oder Federn.

Der Legende nach beginnt die Geschichte des stilvollen Wedelns in Japan, wo der Fächer bereits im 7. Jahrhundert - angeregt durch die zusammenfaltbaren Flügel der Fledermaus - erfunden worden sein soll. Mit den Entdeckern kam er dann im 17. Jahrhundert nach Europa, wo er sich rasch verbreitete. Neben Portugal und Spanien entwickelten sich Italien, Frankreich und England zu Zentren der Fächerherstellung. Die Flächigkeit lud zu dekorativer Gestaltung ein. Die Stäbe wurden beschnitzt, durchbrochen oder vergoldet und die ausfaltbaren Blätter kunstvoll bemalt. Als Motive erfreuten Chinoiserien, mythologische und galante Szenen. Den italienischen Fächermachern erschloss sich im ausgehenden 18. Jahrhundert eine regelrechte Marktlücke, als sie ihre Arbeiten mit Ansichten antiker Bauwerke dekorierten. Diese frühe Form der »Souvenir-Fächer« stieß bei Italienreisenden auf großen Zuspruch. Zum nahezu unverzichtbaren modischen Accessoire avancierte der Fächer im frühen 20. Jahrhundert. Seine aufwendige und teure Herstellung machte ihn zum Statussymbol, die Feinheit und Empfindlichkeit zum Inbegriff von Weiblichkeit. Damen ließen sich mit dem Fächer in der Hand porträtieren und nutzten ihn auf Gesellschaften, um kokett dahinter hervorzublinzeln. Dabei dienten aus Holzplättchen gefertigte Briséfächer mitunter sogar als Tanzkarten, indem sich die Herren auf den Blättern des Fächers eintrugen. Der sogenannten Fächersprache bedienten sich höfische wie bürgerliche Kreise, um in »amourösen« Dingen miteinander zu kommunizieren.

Workshop: Am 29. Mai von 14 bis 17 Uhr werden Fächer kunstvoll gestaltet. Eigene Fächer können umgestaltet oder kleine Papierfächer neu gestaltet werden.
Die Kursgebühr beträgt € 15 einschl. Materialien sowie Kaffee und Kuchen. Anmeldungen unter (06007) 91 86 28 begin_of_the_skype_highlighting (06007) 91 86 28 end_of_the_skype_highlighting.

Führung durch die Ausstellung: 28. April 2010, 18 Uhr

 

»Nicht von Pappe - Ostergrüsse à la carte«

»Nicht von Pappe - Ostergrüsse à la carte«

24. Januar bis 28. März 2010
Öffnungszeiten: Mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr

Historische Postkarte mit Osterhasen-Motiv Historische Postkarte mit Osterhasen-Motiv


Es ist bereits eine kleine Tradition im Heimatmuseum Seulberg, das neue Jahr mit einer Ausstellung zu Frühjahrs- und Osterthemen zu eröffnen. Diesmal stehen historische, von der Privatsammlerin Christine Klostermann zusammengetragene Grußkarten mit österlichen Motiven im Mittelpunkt. Daneben gibt die Sonderschau auch Einblicke in die allgemeine Geschichte der Postkarte.

Am Anfang stand nicht die Idee, mit schönen Motiven postalische Grüße zu versenden. Vielmehr dienten die frühen (um 1860) „Preußischen Drucksachenkarten“ vorwiegend der Ankündigung eines Handelsvertreters. Stolz zeigten solche Exemplare auf der Rückseite eine Abbildung der jeweiligen Firma. Als jedoch der preußische Oberpostrat Heinrich von Stephan auf einer Postkonferenz vorschlug, »offene Correspondenzkarten« mit aufgedruckten Postwertzeichen einzuführen, sah man darin das Postgeheimnis gefährdet und verhinderte dies. Anders in Österreich-Ungarn, wo die Karte seit Oktober 1869 benutzt werden durfte. Als man schließlich in Preußen doch dazu überging, setzte sich die kleine Karte nicht so recht durch, war ihr Porto ebenso hoch wie für einen Brief. Erst die Halbierung der Gebühr verhalf dem verschickbaren Bildmotiv zum Durchbruch. Als während des Deutsch-französischen Krieges für die mobilen Truppen ab Juli 1870 Portofreiheit bestand, wurden in einem halben Jahr rund zehn Millionen „Feldpost-Correspondenzkarten“ versandt. Seit etwa 1890 war die Bildpostkarte nicht mehr wegzudenken. Aus dieser Zeit stammen die frühesten in der Ausstellung gezeigten Karten. Vorgestellt wird mit dem Spezialgebiet „Glückwunschpostkarten zum Osterfest“ eine überraschende Vielfalt an Motiven. Spannungsreich werden die Karten mit den nostalgischen Abbildungen in den Vitrinen zwischen der wichtigsten Liebesgabe zum Frühlingsfest arrangiert, die auch in virtuellen Zeiten bestand hat - Ostereier.

Workshop: Am 20. Februar von 14 bis 17 Uhr gestalten wir Osterkarten oder kleine Bilder.
Unter fachkundiger Anleitung von Frau Jessika Kaiser werden an diesem Tag Grußkarten, Geschenkanhänger, Lesezeichen und kleine Bilder auf Leinwand oder Papier mit österlichen Motiven gefertigt. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, selbst gestalterisch tätig zu sein oder nach Anleitung zu arbeiten. Motive werden von der Kursleiterin mitgebracht oder finden sich in der aktuellen Ausstellung.
Die Kursgebühr beträgt € 25,-- und beinhaltet Arbeitsmaterial sowie Kaffee und Kuchen.
Anmeldungen nimmt Frau Dr. Dittrich unter der Telefon Nr. (06007) 91 86 28 begin_of_the_skype_highlighting (06007) 91 86 28 end_of_the_skype_highlighting oder per email erika.dittrich@friedrichsdorf.de gern entgegen.
Um Vorabüberweisung der Kursgebühr auf das Konto Nr. 48 097 286 des Verein f. Geschichte und Heimatkunde bei TaunusSparkasse (BLZ 512 500 00) wird gebeten.

Führung durch die Ausstellung: 10. Februar 2010, 18 Uhr